Faltradtour von Porto nach Faro (Letzter Teil)
Nach einer geruhsamen Nacht im BamBoo, so hieß der Schuppen wo ich übernachtete, holte ich Ruedi in seiner Pension ab. Ihm gefiel es nicht das er bei mir schlafen sollte, obwohl ich am gestrigen Abend nur Bier getrunken hatte und ich ja nur bei übermäßigen Weinkonsum richtig schnarchte. Wir mussten gleich einen 8km Anstieg bewältigen um nach Villa do Bispo zu gelangen wo wir uns erst mal im Pesqueiro Novo ein ausgiebiges Breakfast gönnten. Weiter ging es dann die restlichen 10 km nach Sagres wo wir uns eine neue Bude suchten und dann um 11 Uhr Martin trafen um mit ihm eine kleine Mountain Bike Tour zu fahren. Ich hatte keinen Bock mehr und fuhr nur bis Capo St.Vicente mit, das weitere 10km von Sagres entfernt liegt. Es ist der süd-westlichste Zipfel Europas und dort gibt es auch einen Deutschen der an seinem Stand die letzte Bratwurst vor Amerika verkauft, ich habe mir eine Thüringer und eine Fränkische gegönnt dazu zwei Sagres Mini während meine beiden Mitfahrer bereits auf den Trails rund um Sagres unterwegs waren. Ich rollte dann gemütlich wieder zu unserer Unterkunft, die im Übrigen mit 18.-Euro die Nacht die Günstigste war und legte mich für 4 Stunden aufs Ohr. Danach schaute ich mir Sagres näher an und traf dann auch Martin und Ruedi wieder. Wir gingen dann richtig schick essen, so mit Austern, Fisch in Mandelpanade und Sardinensalat, dazu einen leckerern Loureiro Blanco, Caves Vidigal 2007 . Nach dem Essen verabschiedete ich mich von Martin, da meine Stuttgart-Maschine fast 12 Stunden ehr ging als die Köln-Maschine von den Beiden und ich am Morgen von Sagres nach Faro fahren wollte. Ruedi begleitete mich dann am nächsten Morgen. Ich fuhr aber nur bis Lagos da ein weiterer Speichenbruch und auch die rücksichtslosen portugiesischen Autofahrer in mir eine solche Unlust hoch steigen ließen das ich mich lieber in den Zug setzte und die restlichen 50 Kilometer dort zu Ende fuhr. Ich suchte mir ein Zimmer auf der vorgelagerten Halbinsel von Faro und schmiess meine Gepäcktasche in die Ecke und machte einen langen Strandspaziergang. Heute war ja der letzte Tag der Reise und ich schenkte es mir irgendetwas meiner spärlichen Ausrüstung zu waschen. Meine Ausrüstung bestand aus zwei Unterhosen, ein Unterhemd, 3 T-Shirts, Fleecepulli, lange Stretchhose, kurze Hose, Radlerhose, Radlertrikot, Wollsocken und Radlersocken, Armlinge und Beinlinge, Waschzeug, Reifenheber, 2 Ersatzschläuche und am Schluß hatte ich dann noch das abgebrochene Teil des Gepäckträgers in der Tasche, dazu kam Handy, Exilim, die nötigen Ladekabel, Ausweis, Geld und der Flugschein. Ich alter Dusel hatte am zweiten Tag meinen Helm irgendwo liegen gelassen und auch ein T-Shirt vergaß ich von der Leine zu nehmen. Am nächsten Morgen rollte ich gemütlich zum Airport, baute am Schalter mein Rad in die Tasche gab alles auf und flog in Richtung Heimat. Der Stuttgarter Flughafen ist ja recht komfortabel ausgestattet, so dass ich mit dem Aufzug zur S-Bahn kam, die ich dann auch noch gleich erwischte. Nach einer halben Stunde Fahrt quer durch Stuttgart hatte ich am Hauptbahnhof dann nur 7 Minuten Zeit um den Regionalexpress nach Würzburg zu bekommen. Im Zug traf ich zwei nette Jungs die mit dem Rad in 4 Tagen von Fulda nach Friedrichshafen gefahren sind und sich jetzt auf der Rückfahrt befanden. Im nachhinein tun sie mir schon ein wenig Leid weil sie durch den Tunnel-Schaf-ICE Crash über Hanau fahren mussten, auf dieser Route wurde aber an diesem Tag bei Aschaffenburg der Zugverkehr um diese Zeit ebenfalls angehalten weil irgendwie eine Bombe entschärft werden musste. In Würzburg angekommen merkte ich wie bescheiden der Bahnhof dort ist, nicht nur das es dort komisch riecht, so musste ich doch mein Rad und meine Satteltasche die fucking Treppen runterschleppen und dann auch noch zum Parkplatz, wo Lundi mit meinem neuen Caddy stand, da anscheinend zu wenig Gebäckwägelchen im Wege rumstehen. Das war jetzt aber das Wenigste, ich habe eine wirklich tolle lange Woche hinter mich gebracht. Wenn mir das vor einem halben Jahr jemand gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt.
Acht Kilometer Bergauffahrt fanden hier ein Ende
Bei Sagres, Blick auf das Capo St. Vicente
Orginelle Idee “Die letzte Bratwurst vor Amerika”
Am Kilometer Zero
Impressionen aus Sagres, wo erstaunlich viele Deutsche leben
Schön auch die kleine Marina
Flugbild (nicht von mir, habe ich von einem großen Plakat abgeknipst) von Sagres
In Lagos
In Faro angekommen – dort konnte ich meinen besten Sandwich seit langen genießen, dazu einen netten Brandy und natürlich das obligatorische Sagres, erste Notizen und einen ausgiebigen Strandspaziergang gemacht.
Die nur einspurig befahrbare Brücke zum Festland
Am Strand
Sie waren dran Schuld, das ich mir einen zweiten Sandwich bestellte
Schäfchen vor dem Airport und Bocksbeutel beim Duty Free
Bilder vom Flieger – Fleur de Sel Anlage, Faro, Genfer See, Zürichsee, Bodensee und Schwäbische Alb
Teil 1 gibt es hier – Teil 2 gibt es hier – Teil 3 gibt es hier – Teil 4 gibt es hier – Teil 5 gibt es hier
Und diese schöne Abenteuerreise fand 1/2 Jahr nach Deiner schweren Operation statt!