Hafensommer08 – Gustav

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Mit ihrem Debüt „Rettet die Wale“ erschien das Projekt Gustav 2004 auf der Bildfläche. Vom Geheimtipp stieg Gustav schnell zum Publikums- und Feuilletonliebling auf. Plötzlich wurde die „Laptop-Liedermacherin“ zur „Ikone der feministischen Musikszene“ und als „globalisierungskritisches Gewissen ihrer Generation“ gehandelt, was sie selbst mit Stirnrunzeln und Schulterzucken quittiert. Die Musik mäandriert zwischen Protest und optimistischen Tönungen und wirkt trotz des eindeutigen Ansatzes angenehm geschlechtslos, ambivalent und universell. Hinter dem Cross-Gender-Alias Gustav steht eine politisch denkende und medienkritische Künstlerin, Eva Jantschitsch aus Wien. Gustav komponiert und produziert Musik für Theater, Film und iPods, spielt alle erdenklichen Instrumente und singt in verschiedenen Sprachen mit derart unnachahmlicher Kraft, der man sich als Zuhörer schlicht nicht entziehen kann. Musikalische Karussellfahrten durch alle möglichen und unmöglichen Genres erklingen mit einer lässigen Leichtigkeit und vor allem mit Humor. „Was die Musik angeht, kenne ich kaum Berührungsängste. Als Kind hab ich gern Schlager und Musicals gehört, als Teenager die Lassie Singers und Madonna, als Kunststudentin Steve Reich, Le Tigre und Aphex Twin. Alles, was heute zwischen Blumen am Arsch der Hölle und Ennio Morricone Platz hat, darf in meinen Vorbilderkatalog.“ Die Lässigkeit der Musik steht im krassen Unverhältnis zu den behandelten Themen. Denn die Lage ist ungemein ernst und es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Soweit Jürgen Köninger zu Gustav. Mich hat es ein wenig an Tangarine Dream erinnert. Über Gustav aus Wien gibt es auch auf anderen Blogs Interessantes. Hier gibts auch ein YouTube.
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