Nono
In einer Retropesktive werde ich versuchen etwas über das Kitzingen direkt nach dem 2.Weltkrieg, aus Sicht eines Enkels zu schreiben. Ich weiß das ich meinen Opa sehr geliebt habe. Es liegt aber alles schon soweit zurück.
Mein Opa wurde 1888 in Kitzingen geboren, er hat noch die Anfänge unserer Bäckerei hautnah mitbekommen, sein Großvater Johann Georg zog 1851 von Gollhofen nach Kitzingen um von Johann Geitz die Bäckerei zu kaufen. Damals hieß die Falterstraße noch Faltergasse und die lag bereits schon hinter dem damals noch stehenden Faltertor. Um aber die Verleihung des Bürgerrechts und der Gewerbekonzession zu bekommen mußte er durch ein wahres bürokratische Labyrinth gehen. Vor der Bürgerannahme mußte der Armenpflegeschaftsrat angehört werden, hatten die Gemeindebevollmächtigten und der Stadtmagistrat ihr Jawort zu geben, oblag es dem Antragsteller, durch eine Fülle durch Papieren, wie Militärentlaßschein, Leumundszeugnis, Zeugnisse der Werk- und Sonntagsschule, Grundstückskaufvertrag, Meisterbrief, Vermögenszeugnis, Befürwortung der Bürgerannahme durch den Voreigentümer, Zahlungsbeweis für die Begleichung des Kaufpreises, Religionszeugnis und Schutzpockenimpfschein nachzuweisen, damit das neue Mitglied der städtischen Gemeinschaft von Kitzingen kein schwarzes Schaf oder einen armen Schlucker ist. Mit 18 mußte mein Opa die Bäckerei von seinen Eltern übernehmen da diese sehr krank geworden waren, seine Mutter Dorothea stammte übrigens aus dem “Altfränkischen Warenhaus” am Markt das seit zwei Jahren versucht seine Restbestände wie Hummelfiguren, Kochtöpfe und Zinnfiguren unter die Leute zu bringen. Zuvor erlernte er das Bäcker und Konditorenhandwerk im Cafe Kies in Würzburg und in einer Bäckerei in Dresden. Dann rief der Kaiser und mein Opa zog in den Krieg wo er drei Brüder verlor und das “Eiserne Kreuz” verliehen bekam. Ich kann mich noch daran erinnern als mein Opa in der Fußgrube stand um das Brot aus dem unteren Ofen auszubacken und der “Bickel Schorsch” in die damals noch sehr kleine Backstube kam die Hacken zusammenschlug und den rechten Arm zum Gruß an die Schiebermütze legte und ich meinen Opa rufen hörte “rühren”. Als Offiziersstellvertreter, der er durch “Tapferkeit vor dem Feind” wurde, genoß er bei bestimmten Männern der NeunerGilde, alles ehemalige Weltkriegkämpfer 14/18, großen Respekt. Das muß so um 1956 gewesen sein. Im Alter von 46 beerdigte er seine geliebte Babett , es muss eine sehr liebe Frau gewesen sein wie mir Zeitzeugen früher erzählten. Da er ja zwei Söhne hatte heiratete er die beste Freundin seiner verstorbenen Frau, es war anscheinend so eine Art Gelübte das er da mit der Heirat einlöste.- Wird fortgesetzt
Bis Du der mit dem Besen auf dem unteren Bild?
Interessanter Artikel
Klar isser das
Unverkennbare Gesichtszüge…
Schon mal dran gedacht, diese Retrospektive einer Bäckerdynastie als Buch herauszugeben?
klar isser´s, kannst ruhig zugeben. Die Idee mit dem Buch ist nicht schlecht.
Das isser, der Besen zeigts!
Bin froh, daß der Opa fortgesetzt wird, ist wirklich ein guter interessanter Bericht.
ja ich bin es