Jens Winter fährt den Raid Provence Extreme
Mein guter Freund Jens Winter hat an Pfingsten den Raid Provence Extrem mit 9000 hm und 570 Kilometer Länge. Eine phänomenale Leistung. Anbei sein lesenswerter Bericht mit vielen Bildern die ich den Kitziblog-User nicht vorenthalten möchte.
“An Pfingsten fuhr ich das Raid Provence Extreme
Bereits im letzten Jahr wollte ich das Rennen fahren, doch auf Grund von Krankheit konnte ich nicht teilnehmen. Dafür wurde ich in diesem Jahr mit einem schönen Rennen von Bedoin nach Saint Rémy de Provence über 570 km und 9.000 Höhenmetern in wunderbarer Landschaft entschädigt. Zudem war ich mit der Fahrzeit von 26 h und 28 min und Endrang 10 vollauf zufrieden.

Einrollen am Vortag
Am Freitag vor Pfingsten erfolgte die Anreise mit meinen Betreuern Dorothea, Iris und Karl. Dabei hatten wir ein wenig Pech, denn um Lyon herrschte extremer Wochenendverkehr, es schien als sei die halbe Stadt unterwegs. Dies führte dazu, dass wir nach der Anmeldung und Startnummernausgabe erst gegen 21:00 im Hotel waren. Trotzdem fuhr ich noch ein paar Kilometer um die Beine zu lockern.
Bei allerbestem Wetter erfolgte am Pfingstsamstag um 11:00 der Start in Bedoin. Zunächst ging es 12 km neutralisiert hinter einem Führungsfahrzeug bis Malaucène, wo der eigentliche Start direkt in den Anstieg zum Mont Ventoux erfolgte. Recht zügig fand ich mich am Ende des Felds wieder, genauer an vorletzter Position, doch ich ließ die Schnellstarter ihr Tempo fahren, ich das meine. So locker als möglich ging ich den Anstieg über immerhin 1.500 HM an. Meine Beine fühlten sich leider nicht besonders gut an, daher war es noch wichtiger am Anfang nicht zu überziehen. Im letzen Drittel des Anstiegs fuhr ich aber schon die ersten Mitstreiter auf.
Die rasende Abfahrt machte riesig Spaß und war ein Genuß durch die gigantische Aussicht. Die erste Kontrolle in Aurel war schnell erreicht. Von dort ging es gegen strammen Wind und einige Hügel in Richtung Osten zum Lac de Ste Croix. Langsam fühlten sich die Beine besser an und obwohl ich bereits den einen oder anderen aufholte, fuhr ich weiterhin locker um Körner für die anstehenden Ansteige zu sparen. Mit über 30 Grad war es recht warm, aber das liegt mir sehr gut.
Nach dem Erreichen von Moustiers-Sainte-Marie ging es einige Kilometer am mit giftgrünem Wasser gefüllten See entlang. Den folgenden Anstieg in die Gorges de Verdon am späten Nachmittag zu fahren, war wegen der herrlichen Fernsicht und Lichtverhältnisse eine Freude. Dabei entfernt man sich langsam aber stetig vom See, irgendwann kann man in weiter Ferne den Mont Ventoux erblicken, der wenige Stunden zuvor noch auf dem Programm stand. Während der Umrundung der Schlucht ging die Sonne unter und es wurde empfindlich kalt. Nach einem kurzen Stopp für Kleiderwechsel und Lichtanbau nahm ich die Route de Cretes, eine Kammstraße an der Schlucht entlang, in Angriff.
Allerdings stellte sich heraus dass der Halt an dieser Stelle ungünstig war, denn wenige Kilometer danach erreichte ich in einen Anstieg, der mir zu dem Zeitpunkt und auch gerade in der Dunkelheit sehr steil vorkam. Die Beine waren nach der kurzen Pause noch nicht wieder richtig im Tritt und so fuhr ich den Anstieg im kleinsten Gang, trotzdem hatte ich Mühe voranzukommen. Ich musste sogar eine kurze Pause einlegen um zu verschnaufen. Nach dem erneuten losfahren erreichte ich aber irgendwie doch die Passhöhe. Allerdings war die Straße auf der folgenden Abfahrt in so schlechtem Zustand, dass es keine rechte Freude machte, obwohl mir meine Betreuer mit allen zur Verfügung stehenden Scheinwerfern die Straße ausleuchtenden.
Nach einer langen Abfahrt erreichten mein Team und ich langsam das Ende der Schlucht, wo im Mondschein der Lac de Ste Croix lag, den wir wenige Stunden zuvor hinter uns gelassen hatten. Vorbei am See ging es erneut über Moustiers-Sainte-Marie nach Valensole und weiter nach Céreste. In dieser Phase des Rennens war ich zügig unterwegs. Zwischen 1:00 und 4:00 morgens konnte ich oft fast im größten Gang Tempo machen und einige Mitstreiter „einsammeln“.
Doch natürlich währt solch ein Zustand nicht ewig. Obwohl ich die dicksten Brocken hinter mir hatte, erhielt ich am nächsten „Pass“ einen kleinen Dämpfer. Den Col de Murs mit der absolut bescheidenen Höhe von 640 m, musste ich recht verhalten verfahren, da mir die Kraft fehlte, obwohl es mittlerweile wieder hell war, die Sonne langsam aufging und man wieder etwas von der herrlichen Landschaft hatte. So fuhr ich den Mur und den folgend Pass recht langsam und versuchte mich währenddessen zu verpflegen.
Leider bekam ich zusätzliche Rückenprobleme, sicher verursacht durch die ungewohnt lange Fahrerei auf dem Liegelenker, so dass ich mich 15 Minuten flach auf den Rücken legen musste, um die Rückenmuskulatur zu entspannen.
Dieser kurze Stopp und die Aussicht auf das baldige Ziel machten mir wieder Beine die letzten 80 Kilometer, einige kleineren Wellen und den letzten kurzen 18%er nach Saint Rémy de Provence zügig in Angriff zu nehmen. Allerdings hatten wir in dieser Phase, sicher wegen der Müdigkeit aller Beteiligten, erstmals im gesamten Rennen an zwei Kreuzungen kleine Unsicherheiten bezüglich der Route. Aber nach kurzer Beratung war jeweils die Richtung klar. Speziell in dieser Phase versorgte mich mein Team hervorragend aus dem Auto.
Am letzten Hügel vor dem Ziel, dem Côte du Val d’Enfer, begann es heftig zu regnen. Dies zeichnete sich bereits in der Stunde davor ab, denn der Himmel verdunkelte sich zusehends. Schwarze Wolken vor frischen, grünen Hügeln und felsigen Bergen zeichneten ein eindrucksvolles Bild. Aber 25 km vor dem Ziel ist der Regen kein Hindernis, sondern eher Labsal. Ein wunderschönes aber anspruchsvolles Rennen fand einen passenden Abschluss.
Ich danke Radsport-Smit für die Materialversorgung und meinen drei tollen Betreuern für die hervorragende Unterstützung. Wir hatten gemeinsam jede Menge Spaß, viel erlebt und nicht zuletzt gemeinsam ein gutes Ergebnis eingefahren.”








Biffo ..danke das Du die Story gepostet hast…good stuff!!
JENS….Top Sache und congrats das es dieses Jahr geklappt hat. Top Story und super Bildsche. Ei vielleicht sollten da mal die ganzen Riedrocker starten..weil denen ist ja nix lang genug