Africafestival Würzburg 2010 – Music, Fussball und more – Programm auf der offenen Bühne steht

Das Thema Fußball wird beim diesjährigen Africa Festival einen breiten Raum einnehmen. Informationen aus erster Hand über das Gastgeberland gibt es an einem Infostand der südafrikanischen Botschaft. Der Sportartikel-Hersteller PUMA, der viele afrikanische Mannschaften ausrüstet, wird mit einem eigenen Zelt und dem PUMA- Afrika Mobil vor Ort sein. Hier dort können Trikots der afrikanischen Teams gekauft werden sowie Filme über die Mannschaften ansehen. Im ARTE-Kinozelt werden zwei Produktionen gezeigt, die sich mit dem afrikanischen Fußball beschäftigen.

Eine Veränderung gab es bei den Abendkonzerten, das Kitziblog berichtete. Mit großem Bedauern mussten die Veranstalter mitteilen, dass die südafrikanische Sängerin Busi Mhlongo vor wenigen Tagen ihren geplanten Auftritt beim Africa Festival absagen musste. Sie ist schwer erkrankt und soll auf dringendes Anraten ihrer Ärzte die Anstrengungen der langen Reise und eines Konzertes nicht auf sich nehmen. Es aber gelungen, kurzfristig die südafrikanische Soul-Diva Lira zu verpflichten, die am Kap die größten Konzertsäle füllt und bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

Foto: Africa-Festival

Auch das Musikprogramm auf der Aussenbühne steht. Am Freitag gehts los mit Dady Mimbo. Der kamerunische Djembe-Meister  wird zum Auftakt auf der offenen Bühne für eine Groove-Attacke sorgen. Von seinen Eltern – seine Mutter ist aus Nigeria, sein Vater aus dem Tschad – erhielt er einen fundierten musikalischen Hintergrund und wuchs mit den Sprachen der Haussa und des Nomadenvolkes der Fulbe in Kamerun auf. Zu pulsierenden Trance-Rhythmen wirbt er für die Einheit des afrikanischen Kontinents.

„Na Afriki” (Mein Afrika) heißt das aktuelle Album der von der Elfenbeinküste stammenden Sängerin Dobet Gnahoré. Sie ist ein musikalisches Multitalent, das auf der Bühne auch als ausdrucksstarke Tänzerin brilliert. Zu rasanten Rhythmen singt sie über ihr ganz eigenes Bild von Afrika, das von der Überzeugung geprägt ist, der Kontinent müsse seine Probleme aus sich selbst heraus lösen. Panafrikanischer Sound zwischen Tradition und Moderne.

Die sechs Musiker von Ziyaduma spielen seit 2003 zusammen. Sie kommen aus der und gelten Minenstadt Klerksdorp als Rohdiamant in der südafrikanischen Szene. Ihr musikalisches Rezept besteht aus einer ordentlichen Portion traditioneller südafrikanischer Klänge, etwas groovy African Jazz, starken Gesangssolisten, einer Prise Pop und Gospel gewürzt mit ins Ohr gehenden Melodien. Ziyaduma spielt zum ersten Mal in Europa.

Am Samstag geht es dann auf der offenen Bühne weiter mit:  Adjiri Odametey ist ein Multiinstrumentalist aus Ghana, wo auch seine künstlerischen Wurzeln zu finden sind. Er ist ein Allround-Talent, das sich in verschiedenen musikalischen Welten auskennt, da sein Vater viele Jahre bei der ghanaischen Botschaft in England tätig war. Auf der Bühne bedienen Adjiri und seine Musiker Instrumente wie Kora, Mbira, Kalimba, Balafon und Talking Drum.

Bevor Fatoumata Diawara ihre Karriere als Sängerin begann, war sie in ihrer zweiten Heimat Mali (sie ist in der Elfenbeinküste geboren) bereits eine berühmte Tänzerin und Filmschauspielerin. Bei einem Casting für die erste Sahel-Oper in Mali entdeckte die Musiker- und Produzentenlegende Cheikh ­Tidiane Seck ihr Gesangstalent. Ihre Musik, ein Mix aus Soul, Funk, Reggae und der traditionellen Musik Malis, nennt sie „Wassoulou Folk”. Sie arbeitete schon mit berühmten Kolleginnen wie Oumou Sangaré und Dee Dee Bridgewater zusammen. Eine musikalische Entdeckung und einer unserer Geheimtipps!

Es war das Musikstück des Jahres! Einen ganzen Sommer lang hielt sich „Étoile Filante” des Gitarristen und Sängers Djamel Laroussi an der Spitze der algerischen Hitparade. Im gesamten Maghreb wurde Laroussi damit zum Star. Er stammt aus Algier und kam 1989 nach Deutschland, wo er der erste nord­afri­- kanische Student an der Kölner Musikhochschule wurde. Seine Musik ist ein Abenteuertrip zwischen Rai, Pop, Weltmusik und arabischem Jazz.

In ihrer Heimat Guinea sind die Musiker von Les Espoirs de Coronthie ein Phänomen. In Coronthie, einem Armenviertel von Conakry, wird Musik groß geschrieben, ist sie doch eine von wenigen Chancen, dem Elend zu entkommen. Mit selbst gebauten Instrumenten haben sie sich in Guinea eine riesige Fangemeinde erspielt. Ihre erste CD verkaufte sich 70.000 Mal und machte sie zu jungen Stars. Jetzt wollen sie mit ihrer tanzbaren Musik auch Europa erobern.

Sonntag dann: Stephenie Coker aus Nigeria veröffentlichte 2009 ihre erste CD „Origin” unter ihrem Künstlernamen Layori. In ihrer Musik mischen sich die Klangfarben von Pop, Soul, Folk, Jazz, Blues und Reggae. Mit einer außergewöhnlichen Stimme singt sie in Englisch, Spanisch sowie ihrer Muttersprache Yoruba. Sie will mit ihrem Album auch ihrer afrikanischen Familie zeigen: „Schaut her, ich habe etwas aus mir gemacht!”

Der Sänger und Gitarrist Carlou D hat im Senegal schon eine ansehnliche Karriere hinter sich – schließlich war er mehrere Jahre lang Mitglied bei den Hip-Hop-Superstars Positive Black Soul. 2004 verließ er PBS, um eine Solokarriere zu starten. Carlou D gehört zur spirituellen Gemeinschaft Baay Fall, woraus er viele Inspirationen für seine Musik bezieht, die neben traditionellen Wurzeln auch Jazz, Soul und Rap einbezieht.

Tidal Waves gelten als „the hardest working Reggae Band” in Südafrika. Wo immer sie auftreten, fliegen ihnen die Herzen des Publikums in Windeseile zu. Die Musiker stammen aus der kleinen Minenstadt Klerksdorp, leben aber inzwischen in der Metropole Johannesburg. Ihr High-Energy-Reggae basiert einerseits auf traditionellen Maskanda- und Mbaquanga-Rhythmen, bezieht aber auch Rock und Ska mit ein. Europa-Premiere!

Am Pfingstmontag:  Mellow Maroc heißt das neueste Projekt des Songwriters und Sängers Mellow Mark. Der deutsche Reggae-Artist hat sich dafür mit dem Sänger und Multiinstrumentalisten Momo Djender und dem Percussionisten Rhani Krija zusammengetan, die bereits 2009 bei Klaus Doldingers „Passport to Morocco” beim Africa Festival zu hören waren. Gemeinsam spielen sie Mellow Marks Songs im weltmusikalischen nordafrikanischen Gewand.

Die junge sechsköpfige Band Kwani Experience ist gerade bei der Jugend von Johannesburg schwer angesagt. Verschiedenste musikalische Stile wie Hip-Hop, Soul, Funk und R&B vermengen sie scheinbar mühelos zu einem eigenen Crossover-Sound. Auf der Bühne bieten sie eine spannende Show, die schon nach wenigen Minuten den Funken überspringen lässt. Es ist ihre Deutschland-Premiere auf dem Africa Festival.

Eine Reaktion zu “Africafestival Würzburg 2010 – Music, Fussball und more – Programm auf der offenen Bühne steht”

  1. Readers Edition » Africa Festival 2010: Wenn sich Musik und Fußball vereinen
  2. [...] um das Megaspektakel am Ufer des Mains. Auch am vergangenen Mittwoch war es wieder soweit: “Music, Fussball and more” stand diesmal auf dem Programm, das kurzfristig so manche Überraschung [...]



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