Glenn Miller Orchestra unter Leitung von Wil Salden am 13.01.2013 im Mainfranken Theater


“In The Miller Mood” – Das ist der Titel der aktuellen CD und der Show, mit dem das Glenn Miller Orchestra unter der Leitung von Wil Salden derzeit unterwegs ist.
Schwerpunkt der Show ist natürlich die Glenn Miller Musik. Mit dem von Ihm kreierten unverkennbaren Sound war Glenn Miller bereits zu Lebzeiten ein Idol. Neben den
bekannten Glenn-Miller-Stücken und liebgewonnenen Ohrwürmern wird auch der vocale Teil nicht vernachlässigt. Wunderschöne Melodien im Glenn Miller Sweet Sound werden
von der Bandsängerin gesungen. Besondere Highlights sind die Auftritte der “Moonlight Serenaders”- die Close Harmony Group des Orchestra.

Interview mit Orchesterleiter Wil Salden
Welche Grundidee liegt dem Glenn Miller Orchestra zu Grunde?
Schon als Kind und vor allem als Musikstudent war ich Fan der Sweet und Swing Musik
der vierziger Jahre. Für mich ist Glenn Miller der prägnanteste Vertreter dieser Musik.
Meinen Wunsch, denselben Stil und dieselbe Perfektion auf die Bühne und in die
Tonaufnahmen zu bringen, versuche ich mit dem Glenn Miller Orchestra zu verwirklichen.
Wie unterscheidet sich das Glenn Miller Orchestra vom Original von damals?
Wurden in der Zusammensetzung Änderungen vorgenommen oder ist alles so wie
damals vor über 70 Jahren?
Wir haben Wert darauf gelegt, die Musik Glenn Millers in der Originalbesetzung wieder
aufleben zu lassen. Zwar hat die Entwicklung der Jazzmusik in den letzten Jahrzehnten
auch Einfluss auf die Ausbildung und Spielart der Musiker genommen, doch wir legen
Wert auf eine perfekte Darbietung des Originalsounds.
Fester Bestandteil Ihrer Konzerte ist Big Band Musik anderer Orchesterleiter. Nach
welchen Kriterien werden solche Stücke ausgesucht?
Bevor Glenn Miller ein eigenes Orchester gründete und seine Musik präsentieren konnte,
hat er mit anderen bekannten Musikern gespielt. Die Arbeit mit den weltbekannten
Musikern hat ihn geprägt und so spielen wir auch Stücke von Dorsey, Goodman und
Count Basie, um den musikalischen Reichtum der Glenn-Miller-Zeit in den 40er Jahren zu
zeigen.
Aufgrund Ihrer langen Tourneen, die Sie haben, kommt es immer wieder zu
Wechseln in der Besetzung. Gibt es da Probleme mit dem Nachwuchs?
Es gibt leider immer wieder Musiker, die nach einiger Zeit bei uns aufhören, weil wir zuviel
unterwegs sind. Dadurch müssen dann neue Leute eingearbeitet werden. Das hat
natürlich den Vorteil, dass man immer auf unsere „alten“ Musiker zurückgreifen kann, die
das Repertoire kennen, wenn man vor oder während einer Tournee z.B. durch Krankheit
Schwierigkeiten mit der Besetzung hat.
Wie viel Tage im Jahr ist das Glenn Miller Orchestra unterwegs?
Bis einschließlich 2004 spielten wir europaweit bis zu 200 Konzerte im Jahr, das war aber
das Limit. Ab 2005 haben wir versucht, die Anzahl der Auftritte etwas zu reduzieren und so
sind es mittlerweile zwischen 150 und 160 Gastspiele. Dies war wichtig, da wir in
Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, den Niederlanden,
Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Kroatien, Serbien, Slowenien und nun auch
sehr häufig in Russland und den ehemaligen Sowjetländern unterwegs sind. Die
Distanzen sind viel größer geworden. Dadurch wird natürlich sehr viel Zeit zum Reisen
benötigt. Wenn wir uns nicht entschlossen hätten, weniger Konzerte zu spielen, würden
365 Tage im Jahr nicht ausreichen.
Sie sagen, Sie sind häufig in Russland und den ehemaligen Sowjetländern
vertreten.
Ja, schon vor einigen Jahren hatten wir immer wieder Anfragen, aber die politische und
finanzielle Situation war noch sehr schwierig. Erst im November 2007 hatten wir unser
erstes Gastspiel in der Ukraine. 3500 Musikbegeisterte feierten uns in Kiew. 2008 waren
es dann schon drei Konzerte in der Ukraine (Kiew, Kharkov, Odessa) und es folgten im
Dezember 2008 Konzerte in Polen und das erste Konzert in Moskau. Die Erlebnisse
waren überwältigend.
Das hört sich nach anstrengenden Reisen an
Polen ist sehr gut integrierbar, wir planen vorher und nachher Gastspiele in
Ostdeutschland und dann ist es mit dem Bus kein großes Problem, wobei Nachtfahrten
nicht immer auszuschließen sind. Bei Auftritten in Russland und den ehemaligen
Sowjetländern sieht es schon anders aus. Wir reisen mit dem Flugzeug an, aber die
Wartezeiten am Flughafen und an den Grenzen sind oft länger als die reine Flugzeit.
Und wie kommt das Glenn Miller Orchestra dort von Stadt zu Stadt?
Wir reisen die meiste Zeit mit dem Nachtzug. Wir spielen z. B. um 19.00 Uhr, danach
muss alles ziemlich schnell gehen, um zum Bahnhof zu kommen. Dort fahren alle Züge
nach Moskauer Zeit. Es ist genial, aber auch ganz logisch, wenn man bedenkt, dass es in
Russland acht Zeitzonen gibt. Die Züge sind fahrende Hotels, sie sind sauber, teilweise
ganz neu und liebevoll mit Gardinen und Deckchen dekoriert. Im Restaurant kann man gut
essen und natürlich auch trinken, es fehlt an nichts.
Gibt es ein Traumziel, das Sie mit Ihrem Orchester erreichen wollen?
Dass uns noch viele Jahre unser Publikum in allen Ländern begeistert empfängt und die
Big Band Musik und unsere neue CD sie „In The Miller Mood“ stimmt.
Tickets sind an den bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter 01805/607070 (0,14
Euro pro Min./Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro pro Min.) sowie im Internet unter www.argokonzerte.
de erhältlich. Für eine baldige Vorankündigung mit Bild wären wir Ihnen dankbar.



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