Die späte Zeit des Glücks …… ein Krimi aus Mainfranken Teil 16

Jetzt waren schon zwei Wochen nach dem Unfall vergangen. Und Gottfried dachte schon gar nicht mehr dran. Als sie von der Tour kamen schmiss er die Schuhe ohne Plastiksack in den Altkleidercontainer, er wusste das die Firma die die Container leert nicht nachvollziehen kann wo die Schuhe eingeschmissen wurden. Was er mit den Kopf machen würde wusste er noch nicht aber er war sich sicher das ihm da noch was einfallen würde. Pünktlich um 9 Uhr rief dann die Autolackierfirma an und gab den Kostenvoranschlag durch, also alles mit allem würde es sich auf 6200.- Euro belaufen. Okay fangen sie an Auftrag erteilt sagte Gottfried, darf ich ihnen noch ein Angebot unterbreiten fragte der Chef der Firma, um was geht’s? Um wunderschöne weinrote Recaro Orthopäd Nardo Sitze, die sehr schön zu ihrer neuen Lackierung passen würden. Wir haben sie aus einem Unfallwagen ausgebaut, normal kosten da zwei Stück 4500.- Euro, ich würde sie Ihnen für 1600 Euro anbieten, dann wären wir bei 3800.- noch zu zahlender Summe, Gottfried schnaufte tief durch und sagte nur “der Betrag ist okay aber für das Geld bezieht ihr mein Lenkrad noch in Leder-Bourdaux.” Gottfried wusste ja dass die Sitze von irgendeiner Versicherung schon bezahlt waren und da ist das mit dem Lenkrad schon okay. Bis wann brauchen sie den Wagen wieder, na ja diese Woche auf jeden Fall noch sagte Gottfried.

Gut wir beeilen uns und mit dem Lenkrad das geht auch klar. Fred machte sich auf den Weg nach Kitzingen zum dortigen Notariat in der Nähe des Bahnhofs gleich neben dem Gericht, um mit Maier die Formalitäten zum Hausüberschreiben zu erledigen und auch mal mit Müller über die 720000.- von den Titeln die er gestern abgeschlossen hatte zu sprechen. Fred wartete bis 12 Uhr niemand kam er saß mit dem Notar alleine im Zimmer und sie kamen ins Gespräch, schnell hatten sie ein gemeinsames Thema beide fuhren einen Panamera und der Notar sagte ihm dann auch das Maier ja noch ein älteres Haus Würzburger Steinbachtal besaß. Fred bekam eine Gänsehaut und stand auf und verabschiedete sich beim Notar, wir können ja mal am Wochenende einen gemeinsame Ausfahrt zur Wasserkuppe oder so machen. Der Notar lacht und sagte nur ja warum nicht. Fred hatte einen richtigen Hals und fuhr jetzt in die Paul-Rückert-Str. Er wollte aussteigen und Müller aufmischen. Aber eine Stärke von Freddy war das er nie emotional handelte und so bleib er erstmal sitzen um zu überlegen und nachzudenken. Er stellte sich genau auf den Parkplatz auf dem am Samstag noch der Ford Transit von Nadine stand, den dann Gottfried und Margoo abholten. Die beiden hatten ja jetzt kein Auto mehr und sie gingen ein wenig spazieren. Gottfried hatte seine große Brennweite dabei er wollte mit Margoo auch ein wenig fotografieren gehen zuvor hatten sie vor bei Nadine vorbei zu schauen um ihr einen kleinen Blumenstrauß vorbei zu bringen. Gottfried viel der Panamera sofort auf sie mussten aber nicht daran vorbei gehen sondern konnten hinter dem Wagen in die Wohnung von Nadine gelangen. Hallo wie geht’s denn so? Nadine war krankgeschrieben weil sie kurz vor einer Hüftoperation stand. Das ist aber nett von euch wollt ihr einen Kaffee mittrinken, setzt euch ans Fenster ich bringe euch gleich den Kaffee. Gottfried schaute zum Fenster hinaus und nahm seine 800mm in die Hand und schaute durch den Sucher und sah wie Fred Laue an der Tür gegenüber klingelte er drückte ab und sah dann wie die Tür aufging und eine Faust Fred Laue niederstreckte und dieser über die Schwelle geschleift wurde. Als Fred Laue wieder aufwachte saß er gefesselt auf einem Stuhl in irgendeinem Loch es war dunkel, feucht und kalt. Er hörte Ratten knusperten und sein Gesicht schmerzte sehr. Er hatte Durst und musste auf die Toilette. Wieso war er so leichtsinnig gewesen. Nadine fragte wie der Kuchen geschmeckt hat, es war eine selbstgebackene Eierschecke mit dem Rezept ihrer verstorbenen Großmutter. Ja jetzt erzählt doch mal wie die ersten drei Tage auf dem Bock verlaufen sind. Margoo sagte zu ihr bis auf Egon der ab und zu ein bisschen randaliert läuft alles gut besonders nett und anhänglich sind halt die beiden Mädels Aminett und Bärbel, ja sagte Nadine die sind so lieb die zwei. Gottfried war im Gedanken versunken, was sollte er tun – die Polizei anrufen oder einfach mal klingeln oder später wenn es dunkel ist herkommen und Fred aus seiner misslichen Situation befreien. Wollt ihr zum Abendessen bleiben, ja gerne sagte Gottfried, okay dann zeige ich Margoo mal das Haus irgendwie siehst du aus als wolltest du was beobachten, ja sagte Gottfried ich will vielleicht noch ein wenig fotografieren. Ja gut wir sind dann auch in der Küche Margoo du hilfst mir doch dann. Jaja kein Problem. Gottfried hörte das Geschnatter gar nicht mehr richtig zu vertieft war sein Blick auf den Schuppen, das Haus und den Garten gegenüber gerichtet. Plötzlich kam Maier aus dem Haus, er setzte sich in den Panamera und fuhr davon. Es war jetzt schon nach 18 Uhr, das Essen war ausgezeichnet Hausmacher, Kümmerli, Kitzinger Ratsherrnlaib und dazu schwarzen Tee. Nach dem Abräumen des Tisches fehlte plötzlich das feste Brotmesser, Claudia und Margoo krochen sogar auf den Boden rum Gottried musste aufpassen das es ihm jetzt nicht aus dem Ärmel rutschte. Wisst ihr was sucht ihr das Brotmesser noch ein wenig ich gehe mal ein bisschen vor das Haus und mache noch ein paar schöne Nachtaufnahmen. Unumwunden schlich er von hinten an das Grundstück von Müller, darauf standen zwei Häuser und ein bisschen abseits ein Schuppen wo er Fred Laue vermutete er drückte das hintere Gartentürchen mit einem festen Tritt auf und war auch Ruck Zuck am Geräte Schuppen. Scheiße ein Bewegungsmelder ist angesprungen und es plötzlich taghell und er hörte Hundegebell es waren die beiden tibetanischen Mastiffs von Müller die laut bellten. Gottfried schob den Riegel des Schuppens auf und kippte den Lichtschalter an der Tür, blutverschmiert sah er Fred Laue auf einem Kunstdüngerfass gefesselt sitzen. Gottfried nahm ihm den Knebel aus dem Mund und sagte wir müssen uns beeilen die Hunde sind schon am Bellen, Herr Meister sie schickt der Himmel, Gottfried schmunzelte und schnitt ihm die Fesseln auf, jetzt aber schnell, sie rannten zum kleinen Gartentürchen als einer von den Mastiffs sich in Freds Bein verbiss, Gottfried nahm das dicke Brotmesser und stach auf den Kampfhund ein der dann jaulend davon lief – plötzlich stand Müller vor ihm und holte mit einem großen Holzbrügel aus doch Gottried war schneller und er schlug ihm sein schweres Objektiv von unten ins Gesicht so fest das Müller stürzte, Fred trat ihn dann mit voller wucht in die Seite und hörte gar nicht mehr auf zu treten. Du Drecksau ich schneide dir den Sack ab und steck ihn dir ins Maul wenn du noch einmal versuchst mich anzurühren, Gottfried hatte Angst das er ihn umbrachte und zog ihn weg Müllers Frau kam mit den zweiten Mastiff angerannt und auch in der Nachbarschaft rührte sich was und Leute schauten aus den Fenstern konnten aber wegen der Dunkelheit nichts mehr erkennen. Gottfried zog sein Handy und rief Margoo an ich kanns jetzt nicht erklären ruf ein Taxi und komm mit ihm zum Cafe Mainblick Zehn Minuten später saßen alle zusammen im Taxi Vogelspinnweg 2 bitte. Vom Taxi aus rief Fred noch Gabriele Spazierer an und fragte ob sie ihn abholen kann, wenn es sein muss, ich bringe aber Leander mit. Gottfried drückte der Taxifahrerin 20 Euro in die Hand und zeigte mit seinem rechten Zeigefinger an die Lippen und zwinkerte dazu sie sagte dann nur und wer bezahlt die Reinigung der Polster, Gottfried reichte ihr noch einen Fuffi hin und sagte jetzt ist aber gut. Margoo und Fred gingen derweil schon ins Haus und sie fragte Fred, was war denn los. Ich glaube Gottfried hat mir irgendwie das Leben gerettet, ich glaube Maier und Müller wollten mich umbringen. Mein Gott wirklich, wollen sie sich ein bisschen frisch machen und ich kann ihnen auch frische Klamotten von Gottfried holen, vielleicht ein Hemd und einen Pullover sagte Fred und er ging ins Bad um sich das Blut abzuwischen und auf Toilette zu gehen. Was war denn los fragte Margoo als Gottfried die Treppe hochkam, ja was war los ich habe von Nadine aus beobachtet wie Fred am Eingang von Müllers Büro umgenietet wurde und dann ins Haus gezogen und später ins Gartenhaus verfrachtet wurde. Kurz danach fuhr Maier mit dem Panamera von Fred davon und du hast ihn dann befreit und dabei gab es wohl eine körperliche Auseinandersetzung, naja einen von seinen Kötern musste ich leider abstechen und mein für mein Objektiv scheint es bei der Auseinandersetzung auch nicht so gut gegangen zu sein. Egal ich habe je eine Fotoversicherung all inclusive. Fred kam aus dem Bad und kam die Treppe vom zweiten Stock herunter. Danke kann ich nur sagen, du weißt was die mit mir machen wollten. Da hast du Glück gehabt ich war aus reinem Zufall in der Wohnung gegenüber zu Besuch und hab das alles mitbekommen und zum Teil auch fotografiert nur leider ist mein Objektiv dabei kaputt gegangen wie ich es Müller in die Fresse geschlagen habe. Du bekommst von mir ein Neues ich habe dir viel zu verdanken, die hätten mich auf ganz grausame Art entsorgt. Jetzt beginnt der Krieg richtig und das wissen die beiden Buben jetzt auch vor allem Maier, die linke Ratte geht mir derartig auf den Sack. Die Klingel ging Margoo machte auf und Gabriele ging zur Tür herein. Hallo wir kennen uns doch so was unter solchen dummen Umständen müssen wir uns jetzt wieder treffen. Wir kennen uns vom Salsa tanzen aber es ist schon eine Weile her. Alle vier mussten jetzt lachen. Wir fahren aber wir bleiben in Kontakt sagte Fred er umarmte Gottfried Küsschen links, Küsschen rechts, dann dasselbe Prozedere auch bei Margoo und Gottfried drückte Gabriele.

Donnerstag 27.10.

Gottfried und Margoo setzten sich in den Bus und fuhren los, sie sind heute 5 Minuten ehr losgefahren weil sie vor Tourbeginn noch bei Müller vorbei fahren wollten um zu schauen ob man irgendwas sieht von den gestrigen Handgemenge. Es war alles ruhig als ob nichts gewesen wäre. Über die Südbrücke ging es dann weiter zur B8 am E-Center vorbei Richtung Wiesenbronn wo als erstes Rollstuhlfahrer Harry eingeladen wurde. Danach auch der Rest, nur Egon konnte nicht mitfahren er hatte sich krank gemeldet. Als der Transit leer war fuhren sie noch mal durch die Paul-Rücklein-Straße aber auch diesmal sahen sie nichts Auffälliges. Beim Kaffeetrinken in der Bäckerei las Gottfried in der Zeitung folgenden Satz: „Damit Kitzingen für Gäste noch attraktiver wird, setzt die Tourist-Info auf ein paar Extras: So hat der Kitzinger Weinwandertag am 21. Mai seine Premiere. Etwas für Wanderer ist eine zwölf Kilometer lange TraumRunde durch die Klinge, die in diesem Jahr eröffnet werden soll und sich unter den Top-Strecken im Landkreis einreihen könnte. Zudem investiert die Touristinfo in eine „intensive Gästeführer-Fortbildung“ an mehreren Tagen im März.“ Uff da werden sie dann wohl Maxim entdecken, aber was soll es die Spuren hatte er ja verwischt. Nur den Kopf musste er noch entsorgen. Er wusste auch schon wie er das machen würde, morgen am Freitag wird der Restmüll geleert und die Tonne seines Nachbarn war nur halb voll und deshalb wird er den Kopf der Energetische Verwertung übergeben der Kopf würde im Müllkeizkraftwerk Würzburg durch die thermische Verwandlung zu Schlanke verarbeitet und sein Ende auf der Deponie in Hopferstadt verbringen. Die Träumerei von Schuhmann erklag es war sein neuer Klingelton, er liebte das Stück von Robert Schumann. Als dieser die Träumerei komponierte, nannte er das Stück in seinem Tagebuch tatsächlich “das kleine Ding”. Als Nr. 7 im dreizehnteiligen Klavierzyklus “Kinderszenen” ist es unter Kennern der Inbegriff der romantischen Klaviermusik und gefällt auch Gottfried sehr gut. Er hob ab, es war Fred Laue der sich noch mal für die „Lebensrettung“ von gestern Abend bedankte. Können wir uns heute noch mal treffen fragte er nach, doch Gottfried lehnte ab, er wollte nicht noch tiefer in die Sache hineingezogen werden und damit noch auffälliger zu werden. Er gab ihm seine Kontonummer und sagte zu Fred er solle 8000.- Euro überweisen. Der stöhnte am Telefon, soviel, ja sagte Gottfried das war mein teuerstes Objektiv. Er hatte für heute noch ein schönes Whirlpool Erlebnis in einem teueren Hotel in Bad Windsheim gebucht. auf das er sich sehr freute, vor allem auch auf die Massagen und das Bademantelmenü auf dem Zimmer zusammen mit seiner Margoo. Er fuhr mit dem Roten Bus zu Ansgar und holte sich ein Leihauto bei ihm, einen alten Golf mit einem H-Kennzeichen. Fred hatte ja beim Notar erfahren dass Maier noch ein Haus im Steinbachtal hat, er rief seinen Freund und Mitarbeiter Oleg an damit sie sich um 11 Uhr treffen können. Oleg entstammte einer Spätaussiedlerfamilie mit deutschen Wurzeln aus Tadschikistan, er sprach einen Russendialekt, eine Mischung aus altschwäbischen Wörtern seiner Donauschwaben Vorfahren und einem Hip-Hop-Jargon, gemixt mit einem Balkan-Slang er war fast zwei Meter groß und sehr Muskulös, man könnte meinen das er fünfundzwanzig Stunden am Tag im Fitnessstudio verbrachte. Er trug die typischen schwarzen Markenklamotten mit Basecap und Kapuze, fette Goldkette und dicke Uhr. Er war der Mann fürs Grobe ohne große Skrupel, Hauptsache die Asche stimmte. Gegenüber vom „Blauen Adler“ bog Freddy mit seinem alten Nissan Primera ab in den Judenbühlweg und dann weiter in die Hubertusschlucht. Dort sahen sie dann schon seinen Panamera. Aber was war das für ein Haus, es stand kahl und nackt da es gehörte nicht dahin das Haus war fehl am Platz wenn es je ein Haus gegeben hat das krank war krank vom Schimmel und von der Verelendung und der Verrottung dann es dieses Haus. Wilder als der wilde Westen karger als alles was Fred bisher an Häusern gesehen hatte. Das Ding war ein reines Spekulationsobjekt in exponierter Lage. Sie parkten ein Stück weiter hinten und gingen dann einfach durch den verwilderten Vorgarten zu dem Haus. Maier fühlte sich anscheinend sehr sicher, er hatte keine Vorhänge an den Fenstern, er saß mit dem Rücken zum Fenster vor einem Laptop und war konzentriert am arbeiten, es sah so aus als ob er mit jemand skypte. Fred und Oleg zogen sich ihre Wollmützen übers Gesicht, nur die Augen waren noch frei. Jeder hatte einen Baseball-Schläger dabei und schwarze Einweghandschuhe über den Händen. Es ging alles ziemlich schnell, als sie ins Zimmer stürmten schlug Oleg sofort auf das Laptop ein das sich im selben Moment auch schon verabschiedete, während Fred Maier einen gezielten Schlag auf die Schläfen gab. Pack das Laptop ein sagte Fred zu Oleg während er nach seinen Panameraschlüssel suchte. Oleg griff in Maiers Hosentasche und fischte den Schlüssel raus. Freddy lächelte unter seiner Wollmütze, sie mussten nicht viel reden beide wussten was zu machen war.

Text: Hans Will

 

Nemesis erster Teil… ein Krimi aus Mainfranken
Nemesis … ein Krimi aus Mainfranken 2.Teil
Nemesis… ein Krimi aus Mainfranken 3.Teil
Nemesis… ein Krimi aus Mainfranken 4.Teil
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Nemesis… ein Krimi aus Mainfranken 6.Teil
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Tödlicher Nebel ….. Ein Krimi aus Mainfranken Teil 8
Tödlicher Nebel … Ein Krimi aus Mainfranken Teil 9

Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig. Namen und Handlung sind frei erfunden.



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