Die späte Zeit des Glücks …… ein Krimi aus Mainfranken Teil 17

Sie trugen Maier in den heruntergekommenen, wild wuchernden Vorgarten. Freddy fuhr den Panamera ein Stück nach vorne während Oleg mit dem Nissan Primera nach hinten fuhr. Niemand war zu sehen und sie legten Maier in den Kofferraum des roten Nissans. Über Winterhausen, Sommerhausen, Erlach und Kaltensondheim fuhren sie zum Kitzinger Golfplatz von wo aus sie zur leerstehenden, ehemaligen Bibliothek der in Kitzingen stationierten amerikanischen Streitkräfte fuhren. Sie ließ sich spielend leicht öffnen. Die Flüchtlinge die hier nach dem großen Ansturm im Herbst 2015 untergebracht waren, sind seit einem Jahr in einer festen Unterkunft in einer anderen Ecke der ehemaligen Kaserne untergebracht. Freddy  wusste dass sie Maier ohne große Gefahr entdeckt zu werden im Keller der Bibliothek für ein paar Tage festsetzen konnten. Mit Kabelbinder machten sie ihn an den Heizungsrohren fest und steckten ihn als Knebel ein Taschentuch in den Mund, das sie dann so fixierten das er keinen Laut von sich geben konnte. Dann fuhren sie wieder zurück nach Heidingsfeld wo Freddy unterwegs Gabriele Spazierer anrief und ihr mitteilte dass er sie heute Abend in Oberdürrbach besuchen kommt. Gottfried und Margoo genossen derweil die Lumi Massage in Bad Windsheim, und auch das große Whirlpool gefiel den Beiden sehr sie probierten im angenehm warmen Wasser immer neue Stellungen aus bis beide nicht mehr konnten.Sie entspannten sich gerade in der Wanne in frischen, heißem Lavendelwasser bei träumerischer Klaviermusik von Claude Debussy, als das Handy von Gottfried klingelte. Er sagte nur Okay und Margoo schaute ihn fragend an als sie sich gerade in der Wanne streckte, ich kann später oder morgen früh den Caddy abholen. Cool entfuhr es den Lippen von Margoo. Nachdem sie sich den Bademantel übergezogen hatten bestellten sie sich ihr Wunschmenü Gänsekeule mit Kürbis-Maronenfüllung dazu ein frisches dunkles Bier. Sie setzten sich auf die Fensterbank und schauten sich beim Essen verliebt an. Im Gedanken konnte Gottfried sein Glück immer noch nicht so richtig fassen, aber es schien war zu sein. Jetzt nur keine Fehler machen dachte er. Fred klingelte bei Gabriele an der Tür und sie machte die Tür selber auf  ihr enger Rollkragenpullover schmiegte sich über ihre traumhafte Figur Fred wurde innerlich schon wieder unruhig, der Kopf sagte aber Geschäft geht vor. Was willst du sagte sie und rührte ihren Brennesseltee um auch einen Tasse??

Fred winkte ab. Du musst mir eine Überschreibungsurkunde oder so was Ähnliches schreiben und einen Schuldschein, ja für Maier. Sie sagte das das nicht geht, ich erkläre es dir mal. Für die Eigentumsübertragung an Immobilien gibt es spezielle Formvorschriften, die im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt sind. Damit du als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden kannst müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden. Zum einen muss die Eigentumsumschreibung beim Grundbuchamt ausdrücklich beantragt werden. Der Antrag kann von den dir persönlich abgegeben werden oder in deinem Auftrag durch einen Notar. Zum anderen wird das Grundbuchamt eine Umschreibung des Eigentums nur dann vornehmen, wenn eine notarielle oder öffentliche Urkunde vorgelegt wird, welche den Anspruch des neuen Eigentümers auf Eintragung ins Grundbuch bestätigt. Du als Käufer eines Grundstücks oder einer Eigentumswohnung musst deshalb mit dem Maier zunächst zum Notar gehen und den Kaufvertrag notariell beurkunden lassen. Die notariell beurkundete Einigung über den Kauf eines Grundstücks wird „Auflassung“ genannt. Die Kosten für den Notar musst du dann übernehmen. Es kann aber einige Wochen von der Zahlung des Kaufpreises bis zur Grundbucheintragung vergehen. Alles Roger? Fred grübelte vor sich hin und sagte dann schreib mir mal einen Schuldschein über 780000.- Euro. Ein leichtes Pfeifen entglitt ihren schönen Schmollmund. Okay mache ich dir, bis wann brauchst du es denn. Am besten gleich sagte er. In der alten Bibliothek war Maier aufgewacht, er fühlte sich wie gerädert, er hatte große Angst, er wusste das er keine Chance mehr hatte. Sie hatten ihn und er wusste nicht einmal genau ob er in dem Loch überleben wird. Die Kabelbinder scheuerten, er hatte Durst und an vielen Stellen seines geschundenen Körpers große Scherzen, es war dunkel und kalt. Die Tür ging auf und ein matter Lichtstrahl viel in den Keller. Fred und Oleg kamen zur Tür herein, keiner sagte ein Wort. Plötzlich brach es aus Maier heraus. Bitte, bitte lasst mich leben ich mache alles was ihr wollt. Ich habe auch schon einen Käufer für mein Haus ich hatte es doch schon im Internet angeboten. Was war das dann gestern – Das war Müllers Idee er hat dich auch umgehauen. Okay du bleibst jetzt bei mir du machst dich sauber, bekommst neue Klamotten und rufst den potentiellen Käufer an, ich möchte das das jetzt schnell über die Bühne geht. Um Müller kümmern wir uns auch noch. Gottfried und Margoo stiegen in den alten aber sehr gepflegten Golf und fuhren zurück nach Kitzingen und holten ihren „neuen“ Caddy ab. Was für ein geiles Teil entfuhr es Margoo, du kannst ihn fahren ich muß noch mal kurz bei Ansgar vorbei fahren und den Golf zurückgeben du holst mich dann gleich dort ab. Es war ein milder Oktobertag mit viel Sonne, jetzt übernahm er das Steuer und sie fuhren in den Steigerwald bis nach Frankfurt. Margoo lachte als sie das Ortsschild sah, nach Frankfurt zum Karpfenessen. Sie bestellten Karpfenfilets und tranken einen trockenen Iphöfer Burgweg Müller-Thurgau dazu. Sehr lecker und sehr preiswert. Margoo wollte von Gottfried wissen was eigentlich los ist sie sagte zu ihm das alles für sie sehr skurril ist mit dem vielen Geld, dem Freddy und den anderen beiden Helden. Mach dir keinen Kopf es ist alles im Lot. Wir verkaufen das Haus und den anderen Krempel und kaufen uns ein neues Haus irgendwo. Willst du in Mainfranken bleiben oder möchtest du irgendwo anders hinziehen. Sags mir ruhig. Also wenn ich die Wahl hätte dann gerne in einer hellen Penthouse Wohnung, am besten mit Blick auf den Main einziehen. Gottfried spülte mit einem großen Schluck das letzte Stück Karpfen in Richtung Magen und sagte okay würde mir auch gefallen, wir sollten zuerst einen Hausflohmarkt machen und meinen ganzen Scheiß was sich so bei mir angesammelt hat verkaufen, auch die E-Bikes sollten wir wieder verkaufen oder zurück in Zahlung geben. Margoo rutschte auf der Bank ganz nah zu ihm hin und gab ihn einen dicken Kuss es war kein flüchtiges Küsschen sondern ein vollmundiger Kuss für ein betäubendes Glück. Gottfried zahlte und sie fuhren mit dem neu restaurierten Caddy der untergehenden Sonne entgegen nach Hause. Ein langer Tag neigte sich dem Ende zu und die Beiden kuschelten sich in die frisch bezogenen, duftenden Betten und machten das was alle frisch verliebten machen, danach schliefen sie beide eng umschlungen ein.

Freitag 28.10.

Fred Laue, genannt Freddy, hat Maier frisch ausstaffiert, die Klamotten waren zwar einen Tick zu groß aber das war egal, er fühlte sich sowieso total beschießen. Ihm tat alles weh und die Handschellen im Bett erinnerten ihn an was Anderes. Jedenfalls sitzten sie Freitagmorgen  im  Panamera von Freddy und fuhren zum Notariat nach Kitzingen um den Deal mit dem Käufer von Maiers Haus beurkunden zu lassen. Fred hatte dem Notar und Panamera Fahrerfreund noch einen Termin raus leiern können.  420000.- Euro bekam Fred für die Hütte 380000.- waren dann vorläufig noch offen, die wird er sich wohl bei Meier holen müssen. Als erstes wird er dem Metzgereizubehörgroßhändler seinen Anteil von 50000.- Euro geben. Jeweils 10 Scheine bekamen der Lungenfacharzt, der Metzger aus Kitzingen und auch die zwei Gastronomen aus Nordheim und Sommerach. Gottfried dem er ja viel zu verdanken hatte wollte er erst einmal 100000.- als erste Rate geben. Es wird wohl so zwei Wochen dauern bis er die Kohle in den Fingern hatte. Gottfried hat ja zu ihm gesagt das er 10000.- in Bitcoins haben möchte, das wird dann Gabriele regeln müssen. Margoo und Gottfried hatten an diesen Freitag lange geschlafen der Oktober näherte sich seinem Ende. Und beim Frühstück fragte er sie ob sie Lust auf einen kleinen Ausflug nach Nürnberg hätte. Logo hatte sie und mit dem „neuen“ Caddy war das ja auch ein richtiges Fahrvergnügen, alleine mit den anatomischen Autositzen war das ein herrlicher Spaß. Heute hatten sie mal vor ihrer Tour gefrühstückt weil sie gestern ziemlich zeitig eingeschlafen waren. Um 8 Uhr endete der Transport und sie stellten den Ford Transit ins Carport vom Michel. Margoo musste dringend aufs Kloo und Gottfried nutzte die Möglichkeit und holte unbemerkt 20 Scheine aus der Fahrradtransporttasche aus dem Heizungskeller. Er wollte 10 Krügerrand Goldmünzen in einer Bank in Nürnberg kaufen und einen Bummel durch den Zoo mit Margoo machen. Sie war noch nie im Nürnberger Tierpark gewesen. Freddy  indes blieb am Ball um sein wie er meinte rechtmäßiges Geld bei Müller einzufordern. 320000.- ein hübsches Sümmchen dachte er sich als er kurz nach Biebelried auf die B8 einbog. Er fuhr im unauffälligen Nissan Primera und hatte auch keinen Leibwächter dabei. Er wusste von Maier dass Müller regelmäßig einen Morgenlauf machte, meistens startete er so um 7 Uhr, vielleicht erwischt er ihn heute schon. Er lenkte den roten Nissan vor der Eisenbahnbrücke in Richtung Innopark und fuhr auf dem schmalen Betonweg zuerst Richtung Golfplatz und dann in die kleine Biegung dessen Weg zum Flurbereinigungs-Denkmal führt und da sah er auch schon Müller über den Asphalt schlürfen, was für schrecklicher Laufstil dachte er sich im Stillen. Er fuhr ganz defensiv und schaute in den Rückspiegel, niemand zu sehen. Müller lief um die 90 Grad Kurve, leicht bergab, da konnte er den Primera schön rollen lassen er schaute noch mal in den Spiegel und nach vorne, plötzlich schaute Müller zurück, aber er konnte ihn nicht erkennen, jetzt gab er Gas fuhr links neben Müller und zieht die Karre ziemlich schnell und rüde auf Müller, der stürzte und schrie laut auf, ob vor Schmerzen oder vor Schreck war nicht ganz klar. Fred sprang aus dem Auto und haute den sich hochrappelnden Müller mit der Faust aufs Kinn, Müller lag nun bewusstlos vor ihm. Fred öffnete den Kofferraum und schmiss  Müller wie einen Sack Mehl hinein. Er knebelte ihn und mit zwei Kabelbindern war er auch schnell fixiert. Als er wieder los fuhr kam ihm ein Mountainbiker entgegen er trug ein gelbrotes Wintertrikot und Fred wusste sofort das es sich um ein Mitglied der RSG Würzburg handelte, in deren Facebook Gruppe er auch Mitglied war. Ein kurzes Hallo und ab ins Auto. Er fuhr eine kleine Schleife wieder am Golfplatz vorbei, den Steigweg hinunter über die Südbrücke Richtung Marktbreit. Über die monströs ausgebaute Umgehungsstraße dann in Richtung Enheim, im dortigen Neubaugebiet hatte er sich einen Rohbau gekauft, der etwas abseits im Neubaugebiet Richtung Gnodstadt stand. Gut das die Doppelgarage schon fertig war. Er nahm die Fernbedienung und öffnete ein Tor, fuhr hinein und schloss dieses sofort wieder. In den anderen Häusern waren so gut wie keine Leute um diese Uhrzeit zu sehen, es war halt eine richtige Schlafsiedlung. Einbrecher hätten leichtes Spiel gehabt. Es war jetzt 10 Uhr, er steckte sich eine Zigarette an  und öffnete dabei den Kofferraum. Müller war aufgewacht und schaute ihn ängstlich an. Fred schlug ihm mit der Faust ins Gesicht und sagte jetzt sind wir in der Richtung erst mal quitt. Kannst du laufen – Müller nickte und Fred zwickte mit einer Zange den Kabelbinder durch und. zog ihn dann aus dem Kofferraum. Durch eine Seitentür gelangten sie dann in den Rohbau und über eine Betontreppe ohne Geländer kamen sie in den Keller. Müller war noch sehr benommen und jammerte rum und fragte Freddy was er eigentlich von ihm wolle. Freddy lachte auf und machte ihn dabei mit Kabelbinder an einen eingemauerten dicken Metallring fest. Auch über die Füße hatte er wieder einen dicken Kabelbinder gezogen. Dann rannte er zur Treppe hoch und nahm vom Rücksitz ein paar Sachen und trug sie in den Keller. Er musste ein paar Mal laufen und als Müller den mitgebrachten Eimer sah musste er heulen. Fred hatte Bananen dabei einige Flaschen Mineralwasser Decken und Ketten mit Schlössern. Er machte Müller so fest das dieser auf dem Eimer seine Notdurft verrichten konnte dass er die Bananen essen konnte und auch das Trinken ging. Dazu legte er ihn aber noch ein paar schwere Smith & Wesson handcuffs an. Das Haus hatte ein Musiker gebaut und in diesen Kellerabteil wollte er ein Tonstudio einbauen und es war wohl auch als erstes fertig geworden, jedenfalls verstarb er bei einem Autounfall und Freddy luxte es der Witwe zu einem Spottpreis ab. Er wollte hier mal einen Puff reinmachen mit Prostituierten aus Rumänien, er kannte einen Webdesigner aus Zellingen der für die dafür nötigen Mädels Sorgen konnte. Auch dazu brauchte er noch das Geld, um die Hütte fertig herzurichten, alleine die geplante und vom Gemeinderat schon genehmigte zwei Meter hohe Mauer mit Granitsteinabdeckung um das Grundstück kostete 98000.- Euro. Wenn alles fertig war wollte er es als Franchisingprojekt wie seine anderen drei Häuser weitergeben. Gut die Amis waren nicht mehr da aber ihm würde da schon was einfallen. Wieso du da bist willst du wissen. Du schuldest mir seit heute 380000.- Euro. Maier hat dir doch von den Übertragungsurkunden erzählt. Aus einer Ecke schleifte Fred jetzt noch eine alte Matratze an und sagte zu Müller, du rufst jetzt mal zu Hause an und sagst Bescheid das es dir gut geht, keine Tricks und Codes am Telefon sonst lasse ich dich hier in dem Keller verrecken, du kannst schreien soviel du willst, das hier sollte mal ein Tonstudio werden, die nötige Schalldämmung kannst du dir ja dann vorstellen. Er gab Müller ein altes Handy mit einer Prepaid Karte und ließ ihn anrufen. Seine Frau fauchte am Telefon wo bist, bist du wieder bei dieser Hure, anscheinend hatte er ein Verhältnis mit einer anderen Lady überlegte Freddy, das kompliziert das Ganze natürlich. Müller wimmerte ins Telefon und sagte nein ich kann es dir jetzt nicht sagen aber das mit Sunny ist schon lange vorbei es war ein einmaliger Ausrutscher – Sunny heißt die Nutte also ich glaube es ja nicht und wo steckst du jetzt??….

Eine Reaktion zu “Die späte Zeit des Glücks …… ein Krimi aus Mainfranken Teil 17”

  1. Captain Bollywood
  2. Hallo wissen sie schon wann sie den Krimi als Buch veröffentlichen



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